Mittwoch, 18. Oktober 2017

Mittwochs mag ich: Vancouver {Mmi #209}

Dass wir vor der Geburt des Mini Pfaus ja viel gereist sind, hatte ich euch ja schon ein paar Mal erzählt. Unser absolutes Highlight war unser dreieinhalbmonatiger Rucksacktrip durch Australien und schon damals sagten wir, dass wir unbedingt nochmal wiederkommen wollen.


Als wir dann vor ca. anderthalb Jahren erfuhren, dass zwischen dem Ende des Kindergartenjahres und der Schuleinführung des Mini Pfaus im Sommer 2017 vier Wochen Zeit liegen würden in denen wir keinerlei Betreuungsmöglichkeit haben, entschlossen wir uns, diese Zeit zum Reisen zu nutzen und das erste Mal zu Dritt eine große Reise zu machen, bevor der Junior eingeschult wird. Natürlich dachten wir da direkt an Australien oder Neuseeland, wo wir ebenfalls vor seiner Geburt waren, aber da unsere Reisezeit in den August fiel, und zu dieser Zeit Winter in Australien und Neuseeland herrscht, entschieden wir uns - schweren Herzens - dagegen. Denn uns war Sonne total wichtig.

Somit fiel unsere Wahl relativ schnell auf Kanada, da dieses Land schon lange auf unserer Reisewunschliste stand und wir auf jeden Fall wieder eine Wohnmobiltour durch tolle Landschaften machen wollten. Tatsächlich war "gaaanz viel Natur" eines der wichtigsten Kriterien für uns, denn auch wenn wir absolute Stadtmenschen sind, so haben wir bei unseren langen Reisen festgestellt, dass wir beim Reisen am allerliebsten Natur um uns herum haben. Zudem war klar, dass eine Wohnmobilreise mit Kind durch Kanada doch einfacher werden würde, als durch Australien: der weitaus kürzere Flug und die sehr viel weniger gefährlichen Tiere etc..


Auch wenn unser Reiseziel somit bereits relativ zügig feststand, begann unsere Planung doch recht spät, nämlich im Januar diesen Jahres. Wir dachten eigentlich, dass wir total früh dran sind, da wir sonst immer auf den letzten Drücker buchen, aber leider mussten wir feststellen, dass der Großteil der Wohnmobile für August 2017 bereits ausgebucht waren (klar, Hauptreisezeit!). 
Nachdem wir zunächst die Einzelleistungen wie Flüge, Wohnmobil und Unterkünfte selbst gecheckt hatten und echt erschrocken waren, wie unfassbar teuer die knapp vierwöchige Miete für ein kleines Wohnmobil war, entschieden wir uns ein Komplettpaket bei dem Reiseanbieter Canusa zu buchen.
Canusa ist auf Reisen nach Kanada und die USA spezialisiert (daher auch der Firmenname) und tatsächlich war es für uns sehr angenehm eine Ansprechpartnerin für all unsere Anliegen zu haben und auch solche Dinge wie Reiserücktrittversicherung, Sitzplatzbuchungen für die Flüge, Hotelzimmerlage etc. im Vorfeld ausgiebig besprechen zu können.

Insgesamt war das Angebot von Canusa günstiger als wenn wir alles selbst  in Einzelleistungen gebucht hätten, aber dennoch war die Miete des Wohnmobils waaaahnsinnig teuer, im Vergleich zu anderen Reisezeiten. Das lag schlicht und ergreifend daran, dass wir in der absoluten Hauptreisezeit (Sommerferien in Deutschland sowie in Kanada) reisen "mussten" und Kanada in diesem Sommer auch noch 150jähriges Bestehen feierte, wodurch die Kanadier selbst noch mehr reisten, als sie es sowieso schon in ihrem eigenen Land tun.

Als wir uns dann darauf geeinigt hatten in Vancouver zu starten und auch von dort aus wieder abzureisen, buchten wir im Februar 2017 endgültig unseren Trip. 

Tja, und "normale Menschen" hätten ab diesem Zeitpunkt ihre Reise und Route genauer geplant. Wir kamen aber zeitlich einfach nie dazu, da wir ständig nur unterwegs waren und einfach keine Zeit fanden uns ausgiebig mit einer Route zu befassen. So buchten wir tatsächlich erst 2 Tage vor unserer Abreise die ersten beiden Nächte auf einem Campingplatz, nachdem unser geplanter zweitägiger Stadtaufenthalt in Vancouver (der bereits in dem Canusa Angebot inkludiert war) vorbei war. Ganz im Gegensatz zu dem, was uns von Canusa übrigens empfohlen wurde. Dort hieß es nämlich, dass wir unbedingt unsere Campingplätze für die kompletten 4 Wochen durchbuchen sollten, da die Kapazitäten aufgrund der Masse an Reisenden doch sehr begrenzt seien. Wir wollten das aber auf keinen Fall, da es uns ja genau darum ging spontan zu entscheiden und zu reisen - und wir nicht schon im Vorfeld wissen wollten, wo wir an Tag 17 sein würden. Dementsprechend ließen wir es einfach darauf ankommen und hatten, bis auf das Hotel in Vancouver sowie den allerersten Campingplatz, keine weiteren Unterkünfte gebucht, als wir uns am 30. Juli 2017 um 10:00 Uhr morgens in Frankfurt in den Flieger nach Vancouver setzen.



Der Hinflug mit Air Canada verlief super! Ich hatte im Vorfeld bereits Plätze in einer Dreierreihe für uns reserviert und auch das Essen vorab bestellt. Das Gute daran war, dass wir somit nicht in einer Vierrereihe in der Mitte sitzen mussten und wir das Essen (Kindermenü, glutenfreies Essen für mich und ein fischfreies Gericht für Herrn Pfau) sehr zügig serviert bekamen. Die 9,5 Stunden gingen ratzfatz vorbei, was natürlich besonders am Boardentertainment lag. Denn das muss ich dazu sagen: reisen mit einem Sechsjährigen ist doch sehr viel leichter als mit einem Dreijährigen. So freut sich der Mini Pfau immer wie Bolle wenn wir länger fliegen, da er dann diverse Kinderfilme anschauen darf. Und ich laß ihn dann auch, denn so ist der Flug für uns alle echt entspannt. "Happy son, happy mom!".

Durch die Zeitverschiebung kamen wir nach 9,5 Stunden Flug morgens um 10.50 Uhr in Vancouver an. Und das ist tatsächlich auch das Einzige, was ich beim nächsten Mal anders machen würde. Denn logischerweise hatten wir so den kompletten Tag noch einmal vor uns, was - wie sich später herausstellen sollte - doch nicht so einfach war, wie wir im Vorfeld gedacht hatten. Beim nächsten Mal würde ich einen Flug wählen, der nachmittags in Kanada landet, so dass sich die Jetlagprobleme in Grenzen halten und man früher ins Bett gehen kann.

Am Flughafen angekommen nahmen wir uns ein Taxi und fuhren für $ 30,00 zu unserem Hotel "Best Western Plus Sands Hotel", wo wir die ersten 2 Nächte verbringen wollten. Das Gute ist, dass Vancouver in Taxigebiete eingeteilt ist und wir somit bereits im Vorfeld wussten, wie teuer die ca. 35-minütige Fahrt zum Hotel werden würde. 

Das Hotel "Best Western Plus Sands Hotel" wurde uns von Canusa empfohlen und ich war tatsächlich sehr froh, über diesen Tipp. Denn auch wenn das Hotel vielleicht nicht ganz so "downtown" liegt wie andere Hotels in Vancouver, so war es für uns als Familie ideal, da es direkt fußläufig zum Stadtstrand angesiedelt ist. Das sollte sich als absolut perfekt herausstellen, da wir nämlich vor der eigentlichen Check-In Zeit ankamen und noch 2 Stunden Wartezeit überbrücken mussten, bevor wir unser Zimmer beziehen konnten.

Da wir alle 3 ziemlich platt und müde vom Flug waren (ich sage nur "kein Schlaf"), liefen wir zum Strand, legten uns in den Sand, bzw. spielten noch etwas am Wasser, und mussten somit nicht in einer Hotellobby o.ä. auf unser bezugsfertiges Zimmer warten. Daher kann ich das Hotel für einen Familienaufenthalt in Vancouver absolut empfehlen - die Nähe zum Strand war für uns wirklich Gold wert! Und dennoch war die Lage auch für jegliche Stadterkundigungen gut.


Best Western Plus Sands Hotel
1755 Davie Street
Vancouver
British Columbia
V6G 1W5 Canada


Normalerweise schreibe ich die Hotels übrigens immer im Vorfeld an, wenn ich weiß, dass wir vor der regulären Check-In Zeit anreisen und bitte um die Möglichkeit eines früheren Eincheckens, was eigentlich auch immer geklappt hat. Aber dieses Mal hatte ich es schlicht und ergreifend vergessen. Daher mein Tipp: wenn ihr wisst, dass ihr früh anreisen werdet, dann fragt vorher nach, ob euer Zimmer evtl. schon bezugsfertig ist.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten machten wir uns kurz frisch und kauften direkt ein 48 h Ticket für eine Hop On, Hop Off Tour durch Vancouver.
Tatsächlich machen wir solch eine Tour fast immer als erstes, wenn wir eine Stadt besuchen, um so einen ersten Überblick zu erhalten und anschließend die Gegenden zu erkunden, die uns am besten gefallen haben.

In Vancouver spielte allerdings der Jetlag eine sehr große Rolle, denn wir waren einfach zu müde um noch große Wege zu Fuß zurückzulegen. Somit genossen wir es uns im Bus duch die Stadt kutschieren zu lassen und die ersten Informationen über Vancouver zu erhalten.


Nachdem der Mini Pfau mittlerweile fast 24 Stunden super durchgehalten hatte, konnte er irgendwann nicht mehr gegen seine Müdigkeit ankämpfen und verschlief den letzten Teil der Route.


So verpasste er zunächst das wunderschöne und historische Viertel "Gastown", mit seiner weltberühmten Dampfuhr, welches wir uns aber am nächsten Tag ausführlicher und zu Fuß anschauten.

Gastown mit seinen schönen Fassaden und Cafés war übrigens definitiv eines unserer Highlights in Vancouver!


Nachdem wir eine erste große Runde mit dem Bus durch Vancouver gedreht hatten, trugen wir den schlafenden Mini Pfau zurück ins Hotel und fielen alle totmüde ins Bett, nachdem wir insgesamt 26 Stunden auf den Beinen waren. 

Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, dass wir den Jetlag easy wegstecken würden, da wir ja so lange durchgehalten hatten - aber Pustekuchen! Um 3 Uhr nachts war der Mini Pfau sowas von wach, dass nix mehr ging und wir um 4 Uhr alle aufstanden. Das Gute daran war, dass wir so morgens noch einen Tisch im benachbarten "Red Umbrella Café" ergattern konnten, wo wir erst einmal ausgiebig frühstückten.


Da das Frühstücksangebot wirklich super und der Mini Pfau von seinen Pancakes mit Ahornsirup und Erdbeeren direkt geflashed war, frühstückten wir auch am nächsten Morgen wieder dort. Man sollte unbedingt reservieren, da das kleine Café immer sehr schnell besetzt ist.

Red Umbrella Café
1707 Davie Street
Vancouver
British Columbia
V6G 1W5 Canada

Nach dem Frühstück setzten wir unsere Sightseeing Tour mit dem hop on, hop off Bus fort, fuhren durch den wunderschönen "Stanley Park", mit Blick auf die "Lions Gate Bridge"...


...sowie noch einmal durch das schöne "Gastown" und machten eine längere Pause auf der Halbinsel "Granville Island", die für ihre Einkaufsmöglichkeiten und kulturellen Angebote bekannt ist.


Dort besuchten wir zunächst den "Public Market", mit seinen vielen Ständen, tranken frischgemixte Smoothies und schlenderten durch die Markthalle, bevor wir weiter zum "Kids Market" liefen. Dort war der Junior natürlich im absoluten Spielzeughimmel - eine Markthalle nur mit Spielzeug, Süßigkeiten, Rutschen & Co.


Dennoch schafften wir es irgendwann ihn von dort loszueisen und gerade als wir schon wieder auf dem Rückweg zur nächstgelegenen Bushaltestelle liefen, schrieb mir meine Freundin Nora, die zeitglich zu Besuch in Vancouver war. Also drehten wir nochmal um und trafen uns mit Nora & ihrer Freundin auf einen Drink und mussten lachen, dass wir - nach unserem letzten Treffen in Köln - nun tatsächlich gemeinsam bei strahlendem Sonnenschein mitten auf "Granville Island" zusammen saßen.

Von dort aus liefen wir anschließend vorbei an der "Granville Bridge", weiter zu den "Giants". Die "Giants" sind große Silos, die von den brasilianischen Streetartkünstlern Gustavo und Otávio Pandolfo besprüht wurden. Die Zwillinge agieren unter dem Namen OSGEMEOS, was übersetzt "die Zwillinge" bedeutet.


Unterhalb der "Granville Bridge" hat der Mini Pfau übrigens auch das teuerste Eis des ganzen Urlaubs gegessen: 2 Kugeln Eis für € 9,00. Da musste ich doch mal kurz schlucken, nachdem ich merkte, dass ich mich nicht verhört hatte. Ich erzähle jetzt besser nicht, dass ihm natürlich auch prompt eine Kugel Eis aus dem Hörnchen fiel und ich nur sagte: "Heb sie auf, die war viel zu teuer!". (...oder wie meine Mutter früher immer sagte: "Etwas Dreck reinigt den Magen.")

Super, und nicht zu teuer, gegessen hatten wir übrigens auch während unseres Aufenthaltes in "Gastown". Durch Zufall fanden wir dort das Restaurant "MeeT", was etwas versteckt in einem Hof liegt. Tolle Location und sehr leckeres Essen! 


Das Fazit unseres zweitägigen Vancouver Trips ist, dass wir einfach zu wenig Zeit hatten und liebend gerne noch 1-2 Tage länger geblieben wären! Denn leider hat uns der Jetlag doch viel Kraft gekostet, so dass wir uns nicht alles anschauen konnten, was wir gerne wollten. Die wichtigsten Stationen wie Chinatown, Yaletown, Granville Island, Gastown etc. konnten wir dank der Bussightseeingtour zwar sehen, aber wir hätten sehr gerne noch ein paar Stunden zu Fuß im schönen "Stanley Park" verbracht oder eine Fahrt mit "Fly over Canada" gemacht, was wirklich toll sein soll. 

Dennoch war es ein toller Aufenthalt in einer wirklich schönen Stadt und besonders die Bustour war eine gute, wenn auch nicht ganz günstige, Variante die Stadt kennenzulernen, wenn man nicht viel Zeit hat. 

Ach Vancouver! Ich hoffe, wir sehen uns irgendwann nochmal wieder!

P.S.: Ich werde in den kommenden Wochen versuchen nach und nach weitere Reiseberichte unseres Kanadatrips zu posten, da all die schönen Erlebnisse einfach zu viel für ein langes Post sind.


Für alle, die zum ersten Mal hier sind: jeden Mittwoch zeige ich hier eigentlich etwas das ich mag (Mittwochs mag ich = Mmi). Das kann wirklich alles sein: ein leckeres Rezept, ein Kleidungsstück, ein schöner Blog, ein toller Shop, ein besonderes Erlebnis - einfach etwas, über das ich mich besonders gefreut habe oder was ich besonders schön finde. Und wenn ihr Lust habt, so könnt ihr hier ebenfalls gerne verlinken, was ihr am Mittwoch besonders gerne mögt. Bitte seid so fair und postet einen aktuellen Beitrag vom heutigen Mittwoch, keine (bezahlten) Werbeposts und Verlosungen und bitte setzt den Backlink zu Frollein Pfau. Andernfalls behalte ich mir vor, unpassende Beiträge kommentarlos zu löschen. Vielen Dank!

1 Kommentar

  1. Das habt ihr gut gemacht! Nichts auf später verschieben! Was das heißt, erlebe ich ja seit nunmehr vier Jahren. Und jetzt bin ich zwar selbst nicht mehr bewegungseingeschränkt, aber meinem Partner setzt das Alter zu. Früher haben wir die Arbeit an erster Stelle gehabt und alles auf den Ruhestand geschoben...
    Liebe Grüße in die Nachbarschaft!
    A

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