Montag, 15. Februar 2016

Fuck cancer!

Eigentlich wollte ich hier heute mein erstes "richtiges" Post in 2016 schreiben. Denn wie ihr vielleicht wisst und bemerkt habt, habe ich im Januar und Februar eine Blogpause eingelegt, die ich auch dringend benötigte.

Eigentlich wollte ich euch heute über ein paar Dinge berichten, die ich im alten & neuen Jahr erlebt habe.

Eigentlich.

Letzten Donnerstag hatte ich gerade eine Tapasplatte vorbereitet und eine Flasche Rotwein für Herrn Pfau und mich geöffnet, als ich eine Nachricht von einem Freund erhielt, der mit mitteilte, dass Hilla am Tag zuvor verstorben war.

Hilla ist...war 36 Jahre alt und Mutter von 3 Kindern. Aber Hilla war auch Krebspatientin.

Und genau darüber berichtete sie in ihrem Blog.

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Und genau über sie und ihre Familie habe ich euch im Juli 2014 berichtet. Denn damals hatte meine Freundin Heidi, die wiederum eine Freundin von Hilla ist, eine Spendenaktion für Hilla und ihre Familie gestartet, damit diese einen tollen Familienurlaub erleben konnte.

Die Spendenaktion war ein voller Erfolg und so konnte Hilla nicht nur von ihrem Traumurlaub mit ihrer Familie träumen, sondern diesen auch erleben

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copyright www.hilladuka.se

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Ich gebe ganz offen zu, dass ich Hillas Blog leider nur noch sehr selten las. Wie so oft fehlte mir die Zeit, ich war unterwegs, die Wäsche musste gemacht werden, ich schrieb selbst an einem Post ec. - irgendwas war/ist einfach immer. Aber dafür verfolgte ich ihren Instagram Stream regelmäßig und freute mich, dass es ihr - vermeintlicherweise - wieder besser ging. 

Ich freute mich darüber, dass sie mit ihrem Mann eine schöne Zeit in Paris hatte...


...dass ihre Haare wieder wuchsen...



...dass sie mit ihrer Familie ein schönes Weihnachtsfest erlebte.



All diese Bilder erweckten bei mir den Eindruck, dass Hilla den Krebs auf jeden Fall vollständig besiegen würde. Für mich stand tatsächlich gar nicht zur Debatte, dass sie den Kampf verlieren könnte - die Möglichkeit zog ich nie in Erwägung! Sie ist...war...doch schließlich "Hilla the killer!".

Aber Hilla hat es nicht geschafft. 

Ehrlich gesagt, fehlen mir noch immer die Worte und ich kann die Tatsache nicht begreifen. Und Fakt ist, dass ich Hilla noch nicht einmal persönlich kannte. Dennoch nimmt mich ihre Geschichte absolut mit und die letzten Tage drehten sich gedanklich fast nur um sie. Denn wie kann es sein, dass eine junge Frau ihre drei Kinder zurücklassen muss? Wie kann es sein, dass diese ohne ihre Mutter groß werden müssen? Wie kann es sein, dass ein Mann nun Mutter und Vater sein muss? Wie kann es sein, dass wir gegen diese beschissene Krankheit immer noch nichts ausrichten können?

Und wie kann es sein, dass wir uns täglich über unwichtige Dinge ärgern? Über ein unaufgeräumtes Kinderzimmer. Eine schlechte Note. Den Wäscheberg. Die zu erledigende Steuererklärung. Den Chef oder Chefin. Die blöden Kollegen. Die 5 kg zu viel auf den Hüften. 

Wieso muss eigentlich immer erst etwas "Schlimmes" geschehen, bevor wir uns den wirklich wichtigen Dingen bewusst werden? Der Tatsache, dass wir gesund sind, dass wir eine tolle Familie haben, gute Freunde, einen Job, ein Zuhause.

Ich kann mich davon ebensowenig frei machen. Irgendwann landet man (leider) immer wieder im Alltag, der uns nun mal in dem Augenblick als das Wichtigste erscheint. Und in dem Moment ist es vielleicht der blöde Wäscheberg im Keller.

Dennoch sollten wir versuchen uns immer mal wieder den wahren und wichtigen Dingen im Leben bewusst zu werden - und nicht immer nur dann, wenn uns etwas bewegt oder etwas Negatives eingetreten ist. Nein, auch im Alltag.

Sagt euren Mitmenschen, Freunden, Familien doch einfach mal wie gern ihr sie habt, wie wichtig sie für euch sind. Nehmt sie in den Arm. Schreibt ihnen eine Karte, eine Nachricht oder ruft sie an. Denn es kann alles ganz schnell vorbei sein.

Jonathan, Jacob und Milo können ihrer Mutter nun nicht mehr sagen, wie sehr sie sie lieben (aber ich bin sehr sicher, dass Hilla sich dessen bewusst sein konnte), denn sie müssen nun ohne sie groß werden. Und Ilir, Hillas Mann, ist nun alleinerziehend. 

Unabhängig von der Tatsache, dass dies emotional schon eine große Herausforderung für Ilir ist, so ist es gleichzeitig auch eine große finanzielle Herausforderung. 

Und genau deshalb hat meine Freundin Heidi zum 2. Mal eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Dieses Mal leider nicht für einen Traumurlaub für Hilla und ihre Familie, sondern als finanzielle Unterstützung für Hillas hinterbliebene Jungs.

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Denn sicherlich wollen und sollen die drei Jungs auch zukünftig ihren Spaß haben! Ganz normale Jungs sein, die Fußball spielen, ins Kino oder in den Freizeitpark gehen wollen. Und vielleicht möchten die 3 studieren, ins Ausland gehen o.ä. - ihr wisst vermutlich selbst alle nur zu gut, wie viel Geld Kinder in all den Jahren bis zur Selbstständigkeit benötigen/kosten.

Und deshalb wäre es toll, wenn ihr vielleicht einen kleinen Teil dazu beitragen mögt/könnt!Bitte lasst euch nicht von den recht großen Spenden erschrecken!!! Jede noch so kleine Summe zählt - egal ob € 2,00 oder € 20,00. Ihr könnt auch anonym spenden und müsst keinen Namen angeben!*

Ich danke euch von Herzen! Und ich würde mich ebenso freuen, wenn ihr diesen Beitrag, bzw. diese Spendenaktion vielleicht teilen mögt, so dass wir eine möglichst große Spendensumme zusammen bekommen.

...und denkt daran: genießt euer Leben in vollen Zügen & zeigt eure Lieblingsmenschen wie wichtig sie euch sind!

* EDIT: Wenn jeder, der diesen Beitrag hier, bei FB & IG bereits gelesen hat, auch nur € 1,00 gespendet hätte, so hätten wir die angestrebte Summe schon längst erreicht :)! Haben wir aber leider nicht. Daher noch einmal meine Bitte: lasst euch von den bisherigen Spendensummen nicht irritieren und spendet bitte auch die noch so kleinste Summe! VIELEN DANK!!!


14 Kommentare

  1. Know that feeling....leider auch in live und in direktem Kontakt. Da fragt man sich "wer denkt sich so eine Sch.... aus?" Und ja, man macht sich bewusst, wie doof man manchmal ist, weil man sich wieder was Unwichtiges geärgert hat...

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  2. Doch man soll sich ärgern über 5 Kilo mehr auf den Hüften, das unaufgeräumte Kinderzimmer und den ganzen anderen Kram!
    Man sollte sich nur nicht davon bestimmen lassen!
    Als ich monatelang im Krankenhaus lag, habe ich mir nichts mehr gewünscht, als meinen "Alltag" zurück zu bekommen - wieder normal zu leben. Und häufig habe ich es als nervig empfunden, nur noch auf den Krebs reduziert worden zu sein, denn ich war trotz der Krankheit immernoch Frau, Mutter, Freundin und ein Mensch mit eigener Persönlickeit.
    Wenn einen die 5 Kilo mehr auf der Hüfte dazu anspornen, gesünder zu essen - super - gewonnen!
    Wenn das unaufgeräumte Kinderzimmer einen dazu verleitet, sich mit dem Kind hinzusetzen und gemeinsam aufzuräumen - Qualitätszeit zu verbringen - gewonnen!
    Und wenn die doofe Nachbarin nervt und man ihr sagt, dass sich etwas ändern muss mit einem Lächeln und einem Prosecco in der Hand - vielleicht ändert sich sogar etwas positiv.
    Aber bitte nicht mit dem Damoklesschwert im Nacken - es könnte schlimmer sein - kann es immer - aber es kann auch besser sein!!!
    Ich hoffe, ich werde richtig verstanden!?
    Ich wünsche den Kindern viel Kraft für ihre Leben - das ist der einizge Schmerz eienr Mutter, der nicht "besser" gemacht werden kann - dass meine seine Kinder zu früh verlassen muss...
    Alles Liebe an alle da draußen!
    ... und ruhig den Ärger raus lassen - das kann auch befreiend und befriedigend sein!!!

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    1. Liebe Sandra,

      doch, ich glaube, ich verstehe Dich richtig :). Ich habe es natürlich nur aus meiner Sicht - der Nichtkranken - geschrieben. Aber ich kann absolut verstehen, wenn Du als Betroffene Dir genau diese Alltags"probleme" wieder zurück gewünscht hast! Ehrlich gesagt, habe ich das so herum noch nicht betrachtet, aber das leuchtet mir total ein.

      Danke dafür!

      Liebe Grüße & bleib gesund!!

      Vanessa

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  3. ohhhh nein, das ist wieder einmal so traurig und ich bin zutiefst berührt von Deinem Post.....einfach nur erschüttert.
    Auch ich / wir haben im vergangenen Jahr zwei liebe Menschen durch diese Scheiß-Krankheit verloren und ich denke fast täglich an die Beiden....man hört ein Lied im Radio und schwupps kommt einem ein schöner Moment genau mit diesem Mensch in den Sinn......es ist unsäglich traurig, wenn ein noch so junger Mensch gehen muss.
    ....Du kannst Dir sicher sein, ich hab´s gelesen und ich werde meinen Teil dazu beitragen für die Jungs von Hilla - genau wie letztes Jahr. Das ist das Wenigste was man tun kann für eine Familie ohne Mama :-( :-( :-(
    Ich könne heulen, vor Wut auf diesen Scheiß - fuck cancer !
    Liebe Grüße
    Nane

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    1. Liebe Nane,

      bei Dir brauche ich gar nicht viel sagen...denn Du weißt leider genau wie es sich anfühlt. Und ich bin Dir so dankbar, dass Du auch diese Spendenaktion wieder unterstützt!

      DANKE!!!

      Alles Liebe,
      Vanessa

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  4. Ich bin erschüttert.. Ich habe den besagten Post vom Spendenaufruf von dir damals gelesen, und mit meinen jungen 16 Jahren gehofft, ich könnte bald eine Kreditkarte haben, um zu spenden oder irgendeine Art finden, ihr zu helfen. Doch genau wie du, verlor ich einige Blogs aus den Augen und nun, nach einiger inaktiver Zeit und einer kleinen Designänderung wollte ich durchstarten und hatte auch nichts mehr von dir gelesen.. bis heute.
    Meine Oma ist letztes Jahr an Krebs gestorben, mit 58, 5 Monate nach der Diagnose, die letzten 3 im Krankenhaus verbracht. Ich weiß, wie es einem geht, der hilflos ist gegen etwas, das nicht Mal die intelligentesten Menschen und Maschinen gemeinsam abwehren können. Ich hatte gehofft, Hilla würde es schaffen.
    Fuck Cancer! Genießt euer Leben, solange ihr es noch habt..

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    1. Liebe Carina,

      das tut mir sehr sehr leid! Vor allem, da Deine Oma auch noch so jung (im Übrigen jünger als meine Mutter) und die Zeit nach der Diagnose so kurz war. Es ist manchmal einfach alles so ungerecht!

      LG,
      Vanessa

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  5. Unsere jüngste Tochter (20 Monate) hat gerade ihre Therapie nach 14 Monaten Behandlung beendet und gilt als geheilt. Leider hatten nicht alle Kinder von der Kinderonkologie aus diesem Zeitraum das gleiche Glück. Und unsere Tochter ist ein Fall von drei Krebserkrankungen in der Familie.
    Darum schließen wir uns gerne an und schreien ein fettes FUCK CANCER!

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    1. Liebe Claudia,

      ehrlich gesagt, fehlen mir dafür komplett die Worte! Ich kann, und muss auch zugeben, mag gar nicht erahnen, welch harte Zeiten hinter euch und eurer Tochter liegen. Das eigene Kind leiden zu sehen und ihm leider nicht helfen zu können, stelle ich mir wirklich schrecklich vor.

      Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass eure Tochter vollständig gesund bleibt und auch, dass alle anderen Familienmitglieder vollständig gesund werden!

      Alles Gute!

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  6. Gespendet!
    Danke für dein Engagement.

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    1. Liebe Ninja,

      ich danke DIR!!! Das ist so toll - vielen Dank für Deine Spende!!

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  7. Ohne Worte..
    Dein Einsatz ist toll!
    Liebste Grüße von Martina

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    1. Liebe Martina,

      das ist zwar sehr lieb von Dir, aber ehrlich gesagt, habe ich einfach nur ein Post geschrieben. Sehr viel mehr kann ich für Jonathan, Jacob und Milo von hier aus leider auch nicht tun - und das ist auf jeden Fall das Mindeste.

      Ich bin froh, wenn dadurch wenigstens ein paar Spenden zusammenkommen :).

      LG,

      Vanessa

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  8. Hallo Vanessa,

    ich erlebe gerade das gleiche in meiner Familie. Meine nahe Verwandte ist ein Jahr jünger als Hilla und hat drei kleine Töchter. Wir sind zwischen Hoffnung und Angst - glauben aber fest daran, dass sie es schafft.

    Liebe Grüße,
    Veronika

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